Ratgeber: Isomatten

Isomattenratgeber

Wenn Du in der Natur übernachten willst, ist die Isomatte einer der wichtigsten Ausrüstungsgegenstände. Zum einen sorgt sie dafür das Du bequem liegst und zum anderen schützt sie dich vor der Kälte von unten.

Besonders Camping-Einsteiger werden von der riesigen Auswahl und den vielen verschiedenen Arten an Isomatten erschlagen.

In diesem Ratgeber möchte ich dich ein wenig schlauer machen und Dir ein paar Tipps an die Hand geben, damit Du die für dich optimale Isomatte findest.

Bei vielen Isomatten ist ein R-Wert angegeben, was bedeutet das?

Um es einfach auszudrücken, gibt der R-Wert an wie gut die Isomatte gegen die Kälte von unten isoliert. Je höher der R-Wert, um so besser ist die Isolationswirkung einer Isomatte.

Die Isolationsleistung ist je nach Material, Dicke und Aufbau der Matte sehr unterschiedlich. Man kann aber sagen, je höher der R-Wert umso teuerer oder schwerer (oder beides) wird die Isomatte.

Der angegebene R-Wert ist allerdings nur als Richtwert zu sehen. Jeder hat ein anderes Kälteempfinden und auch die Berechnungen der Hersteller sind nicht immer so ganz nachzuvollziehen.

Nachfolgend eine kleine Übersicht über die R-Werte. Übrigens für den ganzjährigen Einsatz in unseren Breitengraden reichen Isomatten mit einem R-Wert 3 (evtl. 4 wenn man sehr empfindlich ist).

R-WertTemperaturEinsatz
1bis + 7 °C3 Jahreszeiten, warme Nächte
2bis + 2 °C3 Jahreszeiten, gemäßigte Nächte
3bis – 5 °C3-4 Jahreszeiten, kühlere Nächte
4bis – 11 °C4 Jahreszeiten, wintertauglich
5bis – 17 °CTouren im Hochgebirge
6bis – 24 °CLange Touren in sehr kalten Gegenden

Tipp: Die R-Werte lassen sich addieren!
Du kannst also verschiedene Isomatten kombinieren und übereinanderlegen.

Welche Arten von Isomatte gibt es und wie unterscheiden sie sich?

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Schaumstoffmatten, selbstaufblasenden Isomatten und aufblasbaren Matten. Jeder dieser Typen hat seine Vor- und Nachteile, die ich Dir gleich noch genauer erklären werde. Um es noch unübersichtlicher zu machen gibt es natürlich unterhalb der drei Haupttypen noch weitere Unterscheidungen.

Isomatten aus Schaumstoff

Isomatte aus Schaumstoff

Schaumstoffmatten kennt eigentlich jeder. Sei es als Bundeswehr-Isomatte oder vielleicht nicht unbedingt als Isomatte, sondern z.B. als Yogamatte 🙂

Der größte Vorteil einer Isomatte aus Schaumstoff ist die Stabilität und Langlebigkeit. Eine Schaumstoffmatte kaputt zu bekommen ist fast unmöglich. Dornen, Steine und Gestrüpp machen den Matten nichts aus. Selbst mit Macken oder ausgerissenen Rändern funktionieren die Matten immer noch ohne Einschränkungen.

Je nachdem welcher Schaumstoff für die Isomatte verwendet wird unterscheiden sie sich teils recht stark in der Isolationsleistung, dem Gewicht und dem Packmaß. Die eben erwähnte Yogamatte besteht in der Regel aus einem offenzelligen Schaumstoff und ist relativ dick und weich, dafür hat sie ein hohes Gewicht und einen schlechten R-Wert. Zur Not kann man sie verwenden, aber optimal ist sie nicht.

Wirklich outdoortaugliche Schaumstoffmatten bestehen aus geschlossenzelligem (EVA) Schaumstoff und weisen oft eine strukturierte Oberfläche auf um die Isolationsleistung noch zu steigern. Die bekanntesten Isomatten aus diesem Bereich sind wohl die Therm-a-Rest Ridgerest und die Therm-a-Rest Z-Lite.

Matten aus EVA haben bezogen auf ihr Gewicht eine sehr gute Isolationsleistung.
Außerdem kosten Schaumstoffmatten nicht viel.

Der größte Nachteil ist das Packmaß. Isomatten aus Schaumstoff haben ein sehr großes Packmaß und können meist nur außen am Rucksack transportiert werden. Dafür sind die Matten aus EVA sehr leicht.

Eine Schaumstoff Isomatte ist das richtige für dich, wenn Du:

Eine günstige, fast unkaputtbare, leichte und relativ gut isolierende Isomatte suchst. Du Rückenschläfer bist oder keinen Wert auf Liegekomfort legst.

Die Schaumstoff-Isomatten sind auch für längere Touren geeignet.
Durch Kombination mit einer Luft-Isomatte kannst Du den Komfort noch erhöhen.

Vorteile

leicht
praktisch unverwüstlich
günstig
gute Isolation

Nachteile

großes Packmaß
dünn und eher unbequem

Selbstaufblasende Isomatten

Selbstaufblasende Isomatte

Hierbei handelt es sich um eine Mischung aus Schaumstoff- und Luftmatte. Sie verbinden damit auch die Vor- und Nachteile der beiden anderen Arten von Isomatten.

Durch die Kombination aus Luft und Schaumstoff isolieren die Matten hervorragend.

Selbsaufblasende Isomatten haben eine Hülle mit einem Ventil und im Inneren einen offenporigen Schaumstoff der sich beim Ausrollen entfaltet und dabei Luft von außen in die Matte zieht. Es gibt sie in Dicken von 3cm bis 8cm.

Der größte Vorteil dieser Isomatten ist die unbestreitbare Bequemlichkeit und die Isolationsleistung. Selbstaufblasende Matten sind dazu auch noch relativ preiswert, (ab 30,00€) wenn einem das Packmaß und Gewicht egal sind. Die leichteren Modelle starten ab ca. 80,00€

Durch den Schaumstoffkern eignen sich die Matten auch für Seiten- und Bauchschläfer, vor allem wenn man die dickeren Varianten (4-6cm) verwendet. Allerdings sind sie dann auch sehr schwer. Eine 6cm dicke selbstaufblasende Isomatte möchtest Du bestimmt nicht kilometerweit schleppen.

Damit sind wir auch gleich bei den Nachteilen. Neben dem Gewicht haben die Matten auch ein riesiges Packmaß, das noch größer ist als bei den reinen Schaumstoffmatten. Außerdem können Steine, Dornen oder Äste die Hülle durchstechen. Dadurch wird die Matte zwar nicht komplett unbrauchbar, da der Kern aus Schaumstoff ja immer noch vorhanden ist und funktioniert. Aber die Isolationsleistung sinkt bei einer “platten” Isomatte rapide.

Es gibt auch einige Modelle, die ein noch akzeptables Packmaß besitzen. Diese kosten dann aber auch deutlich mehr als die normalen Modelle.

Die Therm-a-Rest Trail Lite und das Outdoorer Trek Bed II haben ein sehr gutes Verhältnis von Preis und Packmaß. Sie gehören aber auch zu den teureren Vertretern dieser Isomattenart.

Eine selbstaufblasende Isomatte ist das richtige für dich, wenn Du:

Eine noch günstige und bequeme Isomatte suchst, die eine sehr gute Isolationswirkung hat. Als Bauch- oder Seitenschläfer sollte die Matte aber wenigstens 5cm dick sein.

Die selbstaufblasenden Isomatten sind je nach Dicke der Matte (Gewicht/Packmaß) nur für kurze Touren oder stationäres Camping geeignet.

Vorteile

sehr gute Isolation
preiswert
bequem (auch für Seiten- und Bauchschläfer geeignet)

Nachteile

teilweise riesiges Packmaß
schwer
kann undicht werden

Aufblasbare Isomatten (Luftmatten)

Aufblasbare Isomatte

Bitte verwechselt diese Art von Isomatte nicht mit einer normalen Luftmatratze wie man sie aus dem Schwimmbad kennt. Zwar müssen sie auch komplett selber aufgeblasen werden, das ist aber auch die einzige Gemeinsamkeit.

Aufblasbare Isomatten erreichen die Isolationswirkung entweder durch spezielle wärmeisolierenden Folien im Inneren, Mehrkammersysteme oder Füllungen mit Kunstfasern / Daunen.

Die größten Vorteile der aufblasbaren Isomatten sind das geringe Gewicht und das sehr kleine Packmaß.

Die Isolationsleistung (R-Wert) der Matten ist hingegen sehr unterschiedlich. Es gibt einfachere Modelle aus China, die zwar bequem und günstig sind, aber nur einen R-Wert von 1 haben. Gefüllte Modelle wie z.B. die Therm-a-Rest Neo Air Xtherm oder NeoAir Xlite haben R-Werte bis hoch zu 6. Dafür kosten sie aber auch weit über 150,00€

Da sich die R-Werte aber addieren lassen, könnte man z.B. die einfache Chinamatte mit einer Z-Lite kombinieren. Damit erreicht man Isolationswerte wie eine NeoAir Xlite zum halben Preis. Allerdings auch mit einem deutlich höheren Packmaß.

Aufblasbare Isomatten haben aber auch deutliche Nachteile. Der größte ist eindeutig das relativ dünne Material der Außenhülle. Hier mußt Du peinlich darauf achten, daß keine Steine, Äste oder Dornen unter der Matte sind. Im Gegensatz zu den selbstaufblasenden Matten gibt es hier keinen Schaumstoffkern. Ist Matte undicht ist sie nicht mehr zu gebrauchen. Nimm also auf jeden Fall Flickzeug mit.

Ein weiterer Nachteil dieser Mattenart ist, das sich durch das Aufblasen Feuchtigkeit in der Matte sammeln kann. Dies kann zu Schimmel führen und bei gefüllten Matten die Isolationsfähigkeit stark reduzieren. Besonders wenn die Füllung aus Daunen besteht.

Manche Leute stört es auch das viele Modelle rascheln oder knistern, wenn man sich darauf bewegt. Besonders die Matten die Inne eine reflektierende Folie haben neigen dazu.

Eine aufblasbare Isomatte ist das richtige für dich, wenn Du:

Eine sehr leichte und bequeme Isomatte suchst, die ein unschlagbar kleines Packmaß hat. Du Bauch- oder Seitenschläfer bist.

Die aufblasbaren Isomatten sind uneingeschränkt für lange Touren geeignet, sofern Du darauf achtest das Du noch eine Unterlage hast, die Deine Matte vor Beschädigungen schützt.

Vorteile

kleines Packmaß
leicht
bequem (auch für Seiten- und Bauchschläfer geeignet)

Nachteile

schlechte bis mittlere Isolationsleistung (Modelle ohne Füllung)
sehr teuer (Modelle mit Füllung)
u.U. rascheln bei Bewegung
kann undicht werden

Zusammenfassung

Wie Du siehst gibt es eigentlich für jeden Einsatzzweck und für jede persönliche Vorliebe eine passende Isomatte. Überlege Dir was dir wichtig ist und vor wo Du in der Regel die Matte einsetzen wirst.

Wenn Du eigentlich nur auf Campingplätzen bist, empfehlen wir Dir eindeutig eine selbstaufblasende Isomatte. Der größte Nachteil dieser Art das Gewicht und das Packmaß sind hier vollkommen egal.

Planst Du hingegen Mehrtagestouren, dann sollte Dein Augenmerk vor allem auf dem Gewicht liegen. Für lange Touren sind Schaumstoffmatten perfekt geeignet, da sie sehr leicht sind und nicht kaputt gehen können.
Soll es dazu auch noch bequem sein, dann ist eine aufblasbare Isomatte wohl die optimale Lösung. Mit dieser besteht aber auch die Gefahr das sie auf der Tour undicht wird und Du dann praktisch ohne Isomatte dastehst.

Ich selber bin Seitenschläfer und nutze zwei Isomatten. Einmal eine Ridgerest als Unterlage (Guter R-Wert, stabil und leicht) und darauf eine China-Luftmatte von Bessport für die Bequemlichkeit.

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